20. und 21.09.2010: Wie gelingt die Schaffung präventiver Strukturen in Jugendorganisationen - wirksamer Schutz vor sexuellem Missbrauch als gesellschaftliche Herausforderung.

Eine Fortbildung des Landesjugendrings Berlin e.V. und der Landeszentrale für politische Bildungsarbeit für berufliche Mitarbeiter/-innen und Vorstandsmitglieder in Jugendverbänden - JETZT ANMELDEN!!!
Nach der Aufdeckung zahlreicher Fälle von sexueller Gewalt innerhalb von Schulen und Einrichtungen der Jugendhilfe, die zum Teil jahrelang totgeschwiegen worden sind, stellt sich die Frage nach den Bedingungen, unter denen Organisationen Kindern und Jugendlichen ausreichend Schutz bieten können, mit besonderer Dringlichkeit. Bundesbildungs-, Bundesjustiz- und Bundesfamilienministerium haben deshalb einen Runden Tische „Sexueller Kindesmissbrauch“ eingerichtet, dessen Ziel es sein soll, Strukturen aufzubrechen, die dem Schutzauftrag gegenüber Kindern und Jugendlichen zuwider laufen. Die Reflexion über bestehende Strukturen und praktikable Maßnahmen zu deren Verbesserung jedoch muss zunächst dort ansetzen, wo mit Kindern und Jugendlichen gearbeitet wird. Sie kann Grundlage einer wissenschaftlichen Auseinandersetzung auf einer übergeordneten Ebene sein.
Die Fortbildung richtet sich an berufliche Mitarbeiter/-innen sowie Vorstandsmitglieder in Jugendverbänden, die bereit sind, sich mit den bestehenden Strukturen in ihren Organisationen auseinanderzusetzen, und planen, ggf. einen Veränderungsprozess im Sinne der Prävention anzustoßen. Es geht ausdrücklich um Prävention von (sexueller) Gewalt gegen Kinder und Jugendliche durch Mitarbeiter/-innen (seien es ehrenamtliche oder berufliche Mitarbeiter/-innen). Ziel des Seminars ist es, neben der Vermittlung von Grundlagenwissen einen Blick auf die Organisationen der Teilnehmenden zu werfen: welche Präventionsmaßnahmen sind bereits ergriffen worden? Anhand welcher Kritierien analysiere ich die eigenen Strukturen und welche Maßnahmen ergreife ich zu ihrer Verbesserung?
Jugendverbände zeichnen sich durch eine große Vielfalt in ihren Zielgruppen, Arbeitsweisen und Strukturen aus. Insofern kann das Seminar kein passgenaues Konzept für alle liefern. Vielmehr geht es um eine Sensibilisierung für das Thema im Sinne der Initiierung eines Reflexionsprozesses und die Schaffung einer Wissenbasis, von der ausgehend die Teilnehmenden einen Organisationsentwicklungsprozess anstoßen können.
Zeit:
Montag, 20.09. und Dienstag 21.09.2010, jeweils von 9-17 Uhr
Ort:
Landeszentrale für politische Bildungsarbeit, An der Urania 4-10, 10787 Berlin
Programm:
- Gewalt gegen Kinder durch Mitarbeiter/-innen in Institutionen und Jugendverbänden: Täterstrategien und Opfer-Täter-Dynamik, insbesondere in Fällen von sexueller Gewalt
- Einführender Überblick: Rechtliche Grundlagen (Strafrecht, Zivilrecht, Jugendhilferecht, Arbeitsrecht)
- Erfahrungen der Teilnehmer/-innen mit Präventionsmaßnahmen in den Institutionen
- Risiko- und Schutzfaktoren in der Struktur von Organisationen, die Gewalt gegen Kinder, insbesondere sexuelle Gewalt, begünstigen bzw. vorbeugend wirken
- Anregungen für eine Checkliste zur Analyse der eigenen Organisationsstrukturen
- Hinweise auf Beratungsstellen und erste Schritte: Was tun im Fall der Fälle?
Referentin:
Katrin Hentze, Kinderschutzbund Landesverband Berlin e.V.
Teilnahme-Beitrag:
5 Euro (bitte am Tag der Veranstaltung bar bezahlen)
Anmeldung:
Anmeldungen bitte mit dem Rückmeldebogen bis 31.08.2010 an den Landesjugendring Berlin e.V., Swetlana Nikitenko, nikitenko@ljrberlin.de oder per Fax: 211 66 87.
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