Ergebnisse des 2. Treffens des Runden Tisches

Thema war die Förderung des ehrenamtlichen Engagements Jugendlicher mit Migrationshintergrund. Hierzu wurden konkrete Vorhaben vereinbart, die 2011 und 2012 umgesetzt werden sollen. Neben der Verstärkung des Dialogs mit jungen Migranten soll der Aufbau von eigenen Migrantenjugendverbänden sowie die interkulturelle Öffnung bestehender Jugendverbände gefördert werden. Der Landesjugendring will in Kooperation mit der Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung und dem Integrationsbeauftragten Jugendliche mit Migrationshintergrund beim Aufbau eigener Vereine und Verbände beraten und unterstützen. Neu entstehende Migrantenjugendverbände sollen dabei soweit qualifiziert werden, dass sie die Voraussetzungen für eine öffentliche Förderung erfüllen.

Staatssekretärin Claudia Zinke hob die Bedeutung der Förderung des Engagements Jugendlicher mit Migrationshintergrund für die Zukunft der Zivilgesellschaft hervor: „Auch in den Jugendverbänden in Berlin muss sich die Vielfalt dieser Stadt angemessen widerspiegeln; dazu müssen sich alle anstrengen, die offenbar verbreitet vorhandene Bereitschaft zum Engagement bei Jugendlichen aus Zuwandererfamilien auch zur Entfaltung zu bringen.“

Günter Piening, der Beauftragte für Integration und Migration des Landes Berlin, erklärte: „Junge Migrantinnen und Migranten, die sich ehrenamtlich engagieren wollen, finden häufig den Zugang zu den klassischen Vereinen und Verbänden nicht. Wenn der Landesjugendring hier aktiv wird, ist das auch integrationspoltisch sehr bedeutsam. Denn Teilhabe ist ein zentraler Indikator für erfolgreiche Integration“.

Der Vorsitzende des Landesjugendrings, Mark Medebach, erläuterte hierzu: „Jugendliche mit Migrationshintergrund sind bisher im Engagement unterrepräsentiert, geben aber im jüngsten Freiwilligensurvey überdurchschnittlich häufig an, dass sie sich gerne stärker einbringen würden. Wir freuen uns, dass wir nun gemeinsam mit den jungen Migrantinnen und Migranten dafür sorgen werden, die Hindernisse, die ihrem Engagement im Wege stehen, zu beseitigen“.

Dr. Marc Calmbach von der Sinus Markt- und Sozialforschung GmbH wies in seinem Einführungsvortrag darauf hin, dass zu enge Definitionen des Engagement- und Politikbegriffs bildungsbenachteiligte Jugendliche mit Migrationshintergrund vorschnell als politik- und engagementfern ausschließen. „Interesse an gesellschaftlichen Fragen und der Gestaltung von Lebensräumen“, so Dr. Calmbach, „sind durchaus vorhanden. Um sie zu erkennen, bedarf es jedoch einer empathischen Sichtweise auf die Lebenswirklichkeiten dieser Gruppe“.

Hintergrund

Das Land Berlin und der Landesjugendring Berlin e.V. hatten im „Abkommen für die Jugend“ im September 2009 unter anderem die Einrichtung des „Runden Tisches Jugend“ vereinbart. Ziel des Runden Tisches ist es, die Interessen von Kindern und Jugendlichen in allen Politikbereichen stärker zu berücksichtigen. Dabei spielen Fragen der Verbesserung der Lebenssituation und der Partizipationsmöglichkeiten eine herausragende Rolle.

Am Runden Tisch Jugend nehmen auf Seiten des Landes Berlin der für Jugend zuständige Senator sowie ggfs. weitere Mitglieder des Senats teil. Der Landesjugendring wird durch seinen Vorsitzenden vertreten. Weiterhin vertreten sind die Fraktionen im Abgeordnetenhaus durch die jugendpolitischen Sprecherinnen und Sprecher, die Landesvereinigung Kulturelle Jugendbildung, die Drehscheibe Kinder- und Jugendpolitik (Stiftung SPI), die LIGA der freien Wohlfahrtsverbände, ein für den Bereich Jugend zuständiger Bezirksstadtrat bzw. eine Bezirksstadträtin, die Industrie- und Handelskammer Berlin, die Vereinigung der Unternehmensverbände in Berlin und Brandenburg e.V. sowie der Deutsche Gewerkschaftsbund. Der Runde Tisch Jugend hat sich im Jahr 2010 konstituiert und tagt einmal jährlich.